Nebel in Istanbul

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An manchen Tagen ist der Nebel in Istanbul so dicht, dass man weder die berühmte Brücke noch den Bosporus sehen kann. Dort, wo das Wasser beginnen sollte, staut sich stattdessen eine schwere weiße Masse auf, ähnlich dem „Nichts“ aus der Unendlichen Geschichte. Ähnlich dumpf ist die Stimmung in der Stadt. Menschen und Autos schieben sich vorwärts, die Staus sind verständlich, kaum einer schimpft. Dachterassen bleiben leer, der erhöhte Blick scheint unangebracht. Den Nebel kann Höhe nicht überwinden. Selbst die Möwen schreien an diesen Tagen stiller, sie sind nicht mehr sicher in ihrem Terrain. Bosporus, wo bist du? Rufen sie leise, während zwei Stadttauben sich auf die Wassermassen wagen, so weit wie noch nie. Sie sehen nichts und ihr eigener Mut bleibt unbemerkt.

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